Ich sollte nichts ins Internet schreiben, wenn ich geladen bin.*
Das könnte schnell mißverstanden werden.
Oder so verstanden werden, wie ich es tatsächlich meine.
Ich vermiete nie wieder an Studenten mit seltsamer Herkunft und noch
seltsamerem Verhalten.
Ich habe mich heute Morgen aufgerafft.
Ich habe die kleine Wohnung mit allem drum und dran wieder
auf Vordermann gebracht.
Ich freue mich schon darauf, wieder Nachbarn studierend im Garten
sitzen zu sehen.

In der geöffneten Haustür stehen zwei junge Männer.
Der Schwarzhaarigere von beiden: “Willsch Du vermieten ä “?
Dabei sehe ich garnicht aus wie einer, der in diesem Moment geduzt werden will.
Ich ziehe gerade die gereinigten Bezüge wieder über die Couchpolster.
Ich so:” Ja, ab Sommersemester denke ich”.
Er so: “OK nehm isch gleisch, machen wir Vertrag!”
Ich so:” Hä?”
Er so:” Hasch Du was gegen Ausländer?”
Ich so:” Wie bitte?”
Er:”Warum machen wir nicht Vertrag”?
Ich so:”Vorsicht, geh’ bitte mal ‘n Schritt zurück”.
Tür zu.
Für Diskussionen über einen Xeiß ist nicht der richtige Zeitpunkt.

Durch die Glastür höre ich noch:”Arseloche”. Und anschließend die
dröhnenden Bässe aus ihrer tiefergelegten schwarzen Blechdose
bis sie im Wald Richtung Uni Vaihingen verschwinden.
Die haben mir doch wohl nicht welche auf den Hals gejagt, deren Zerstörungen ich
gerade behebe?
Die Matratzen - Vollpisser? Die, die ihre Kippen mit flottem Schwung unter den
Kleiderschrank beförderten? Die, die meinten, zerklopptes Glas gehöre zum normalen
Abwohnen? Die die Scharniere nicht bewegten sondern zerbrachen? Die, die des
Mülltrennens überdrüssig die selbstverursachte Müll - Last einfach im Kaminofen
verbrannten?
Die, die dachten, mit wassergestreckter Wandfarbe nach überzogener Mietzeit ein
deckendes Weiß zu erzielen über die Plastikruß - geschwärzten Tapeten?
(Die Malermeisterin behob das dann für € 200)
Ich hätte doch einmal der Aufforderung des Papas folgen, und ihn über das Handeln seiner Söhne (Söhne im Geiste) informieren sollen. Aber ich war damals begeistert waren ja auch nette Jungs und ein netter Papa.
Ich vermiete gerne wieder diese möblierte kleine Wohnung vom Eierbecher bis Wäschetrockner.
An Mieter, die meiner Sprache voll mächtig sind.
Und vor allen Dingen an Menschen, die sich mit den Gepflogenheiten in
Deutschland anzufreunden Willens sind.

* ‘n dicken Hals hab’

Und hier folgt natürlich demnächst eine Fortsetzung : ———