Donnerstag, Dezember 14th, 2006


Stuttgarter Nachrichten vom 14. Dezember:

Auf dem privaten Computer eines leitenden Polizisten werden
1000 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt gefunden.

Soweit die, hier reduzierte, Nachricht.
Im Einzelnen erfährt der Leser, daß diese Sauerei schon am 14.März
den Ermittlungsbehörden bekannt wurde.
Während der Kölner Fall umgehend an die Presse gegeben wurde,
hat sich die Polizei in der schwäbischen Landeshauptstadt bedeckt
gehalten, um den Polizisten und seine Familie zu schützen.

Das ist vordergründig einmal lobenswert.

Anrüchig scheint mir, wenn der Leser erfährt, daß genau um
diesen Zeitraum der Polizeipräsident zum Ordnungsbürgermeister
der Landeshauptstadt gewählt wurde und erst geraume Zeit nach dem
Vorfall in sein neues Amt eingesetzt werden sollte.

Da hätte es natürlich nicht gepaßt, wenn in dem schwierigen Findungs-
und Entscheidungsprozess Schweinkram irgendwelcher Art bekannt
geworden wäre.

Nachdenkenswert auch, daß sein damaliger Presseprecher ihm
in die Dienste der Landeshauptstadt folgte.
Nachzulesen in vergangenen Ausgaben der StN.

Beide scheinen mir kurzsichtig gehandelt zu haben.
Mitversagt, mitgegangen, jetzt mitgefangen?

Das Vertrauen in die Polizei leidet nicht, wenn Einzelne fehl handeln.
Schwarze Schafe gibt es überall.

Das Vertrauen in die Polizei leidet, wenn die Polizei als Institution
nachgewiesener Maßen wissentlich falsch handelt.

Wissentlich verschweigt.
Aktiv den Besen schwingt, bei angehobenem Teppich des Vergessens.

Dranbleiben.

Zum Schutze der vielen, vielen anderen Polizisten, die täglich den Kopf hinhalten.

Ja, das Wetter zieht auch Opas in den Süden.
Auch Opa Unger:

Gönnen wir’s ihm.